Es ist eine trügerische Idylle.

Und das Foto zeigt, was wir falsch machen. Hans A. Pestalozzi hat darauf schon vor vielen Jahren aufmerksam gemacht. Das Ergebnis sehen Sie in diesem Bild. Es hat sich nichts geändert. Er selbst starb durch Selbsttötung am 14. Juli 2004. Das ist nun fast genau zehn Jahre her.

Daher ist dieses Foto ein Rückblick auf das, was wir tun.

1. Wir haben mittlerweile das Wissen um unsere Situation.

2. Das Wirtschaftssystem ist aber gesetzlich so gestaltet, daß Gewinne vor Menschen und Umwelt gehen

3. Wir könnten jederzeit Gesetze machen, die das ändern

Was wäre möglich?

Heute ist es so, daß durch die krankmachenden technisch-zivilisatorischen Errungenschaften Arbeitsplätze im „Gesundheitssektor“ entstehen, in der Autoindustrie, in der Energieindustrie etc. Damit wird wiederum verdient, indem man so tut als ob Pillen gegen Probleme helfen statt die Probleme zu lösen.

Würde man „gesunde“ Techniken nutzen, alle versteckten Patente öffentlich zugänglich machen, mehr auf die Schiene und eine saubere Umwelt setzen, Autos mit alternativen Antriebstechniken nutzen, dann wäre anderes möglich.

Eine andere Gesellschaft würde ein Grundeinkommen für alle umsetzen, gesellschaftliche Verpflichtungen definieren und einführen, klare ethische Regeln statt juristischer Definitionen im Sinne der Mächtigen formulieren und einiges mehr.

Die neoliberale Meriokratie muß durch eine ökologieorientierte und soziale repräsentative Demokratie abgelöst werden: alle entstehenden Kosten müssen in betriebswirtschaftliche Rechnungen rein, auch die sozialen Folgekosten. Wenn ein Unernehmen Gewinn macht, weil es die Abgase oder deren Produkte Abgase in die Lust blasen, die krank machen, dann ist der Gewinn des Unternehmens gesellschaftlich ein Verlust, weil dann Krankheitskosten bezahlt werden müssen.

Ein echter „Unternehmensgewinn“ ensteht erst, wenn das Unternehmen Gewinn macht und die Folgen davon gesellschaftlich auch zu einem „Gewinn“ führen. Das ist die einfache Formel. Das nennt man Sozialbilanz.

Hans A. Pestalozzi hat dafür vier Kriterien benannt:

  1. die Umwelt im engeren Sinne als Umwelttechnologie und umgebende Natur
    Beispiel: Entstehen im Unternehmen Giftstoffe oder nicht, wer bezahlt die echten Entsorgungskosten jenseits der „Gebühren“, bleiben Wasser und Landschaft sauber, wird die Luft verschmutzt
  2. die Gesellschaft, in der ein Unternehmen tätig ist
    Beispiel: gibt es fußläufig erreichbare Läden oder muß man mit dem Auto fahren? Ist der ÖPNV für alle gut ausgebaut und nutzbar oder finanziell zu teuer und strukturell eher schlecht
  3. die Individuen, die durch die Aktivität des Unternehmens betroffen sind
    Beispiel: Betriebsschließungen wegen Profitsteigerung und Verlagerung von Infrastruktur
  4. die kommenden Generationen
    Beispiel: umwelterhaltende Technik, ethisches Handeln

Er wußte wovon er sprach. Im Rückblick hat er nichts erreicht in der Welt, in der wir leben, weil die Verhältnisse und die Machtverhältnisse stärker sind als die Aufklärung und die Menschen lieber wegschauen als hinsehen.

Übrigens gibt es auch einen Wikipedia-Artikel zur Sozialbilanz, der zeigt, wie man gutes Denken schlecht machen kann.

Dabei zielt dies nicht auf eine Abschaffung der Marktwirtschaft, weil die Beamtenwirtschaft und die Staatswirtschaft die Probleme auch nicht lösen würden. Es geht um eine Weiterentwicklung zu einer Marktwirtschaft, die mehr Markt in einem gesicherten sozialen Umfeld bietet und weniger Oligopole oder Monopole wie aktuell. Das wäre in gewisser Weise eine Rückkehr zur sozialen Marktwirtschaft und ist das Gegenteil von dem, was wir gerade erleben.

Das Foto hier zeigt unsere Welt im Ausschnitt vor Ort, auch architektonisch. Wir haben sie so gemacht. Wir könnten sie verändern, wenn wir es wollten. Dies würde in unserer Demokratie geschehen können und eine positive Sozialbilanz ermöglichen.

Aber da die meisten Menschen dies so nicht sehen, wird auch nichts geschehen. Veränderungen bei uns sind ereignisorientiert und auch nur dann, wenn die Auswirkungen Angst machen.

Wir erleben gerade im Angesicht von Tschernobyl und Fukushima, daß wir nun keine Fluchtmöglichkeit vor den Folgen der Technik mehr haben: Krebs und Verseuchung, Umweltzerstörung und Perspektivlosigkeit nehmen auch bei uns zu.

Wozu führt es, wenn man sieht, daß die Auswirkungen in die Ausweglosigkeit führen?

Offenkundig in die digitale Welt, in der alles wieder bunt und schön ist.

Die Wahrnehmung der Welt geschieht im Kopf.

Daher wird die reale Welt nun abgelöst durch Wahrnehmungen der digitalen Welt. So wird im Kopf alles gut…

Wir schrecken vor den echten Antworten zurück und bauen stattdessen immer höhere Zäune in echt und im Kopf.

Und nun?

Ich muß hier nicht alle Antworten aufschreiben, weil jeder, der selbst lesen und denken kann, diese findet.

Antworten geben u.a.

  • Dan Ariely
  • Max Frisch
  • Erich Fromm
  • Hans A. Pestalozzi
  • Buddha
  • Christus
  • Mohammed

Sie sehen schon, es liegt nicht an den Antworten.

Soweit sind wir.

Das muß man wenigstens aufschreiben, damit die reale Welt in die digitale Welt kommt.

Und wer hier nicht enden will, der sollte hier klicken und zuhören.